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iba-BauFach-Symposium:
"Fußbodentechnik: Estrich & Oberboden zwischen Anspruch und Wirklichkeit"

Wie in den vorhergegangenen Jahren wurde das Seminar des iba-INSTITUT in Höhr-Grenzhausen bei Koblenz zum Thema: "Fußbodentechnik: Estrich & Oberboden zwischen Anspruch und Wirklichkeit" zahlreich von Fachleuten aus dem Baugewerbe besucht. Die interessierten Planer, Ausschreibende, Sachverständige, ausführende Handwerksbetriebe, Vertreter der Industrie und der Wohnungswirtschaft haben interaktiv an dem Seminar teilgenommen. Die kompetenten Referenten standen jedem Teilnehmer Rede und Antwort zum Thema der Fußbodentechnik.

Hans-J.Rolof, Dipl.-Ing. (FH), ö.b.u.v. Sachverständiger, iba-INSTITUT, Düsseldorf, Koblenz, Stuttgart eröffnete die Ausstellung und stellte die Referenten vor. Als erster Referent erläuterte Rolof vier Fallbeispiele zu dem Thema: "Schäden an Estrichen und Designböden - fehlerhafte Planung oder mangelhafte Werkleistung". Bei diesem Vortrag hatte sich heraus gestellt, dass die Schäden an den Designestrichen fast immer ausschließlich optischer Natur sind. Diese kommen häufig zustande durch Missverständnisse: zu kleine Musterflächen und zu wenig Aufklärung und Beratung des Kunden seitens der ausführenden Firmen. Auftraggebern ist nicht klar, dass eine Fläche mit vielen Quadratmetern nicht exakt dem kleinen Muster eines Katalogs gleichen kann. Die Herstellung von Designestrichen ist eine Handwerksleistung, somit sind Abweichungen vom Muster vorprogrammiert und müssen bei der Vergabe beachtet werden. "Vorsicht Falle", so Rolof. "Es empfiehlt sich, auf den Unikat-Charakter von Designböden hinzuweisen. Keinesfalls sollte das Muster als verbindliche Vorgabe im Werkvertrag vereinbart werden. Jede Abweichung vom Muster bei der späteren Ausführung begründet zur Abnahme einen Mangel", so der Referent abschließend. Also empfehlen sich schriftliche Hinweise zur Angebotsabgabe an den Kunden, das Muster oder Proben nur Anschauungsmaterial sind und zur Auswahl der Farbstellung dienen. Abweichungen von der fertiggestellten Fläche gegenüber dem Muster bei Designböden aber unvermeidlich sind."

Dr. Rolf Diemer Chemotechnik Abstatt GmbH, Abstatt berichtete über die "Fußbodentechnik: schwindarme Estriche der neuen Generation für Industrie, Gewerbe und Wohnbau Hinweise zur Planung und Ausführung nach neuem Stand der Technik: Estriche richtig planen & herstellen". Anhand von vielen Beispielen aus seiner umfangreichen Praxis zeigte Dr. Diemer welche Schäden bei Industrieböden auftreten und Ursachen, wie Verformungen - verursacht durch ungleichmäßige Austrocknung, Schwinden und Kriechen - dazu führen. Der Referent erläuterte die Problematik falscher Lastannahmen und wie schnell unzureichende Planung und fehlerhafte Annahme von Verkehrslasten aus den Vorgaben der DIN 1055 in der Praxis überschritten werden können. Dr. Diemer hat in seinem Vortrag auf Lösungen mit schwindarmen Estrichen aufmerksam gemacht.

Andreas Funke, MKS Funke GmbH aus Bocholt diskutierte an Fallbeispielen über "Möglichkeiten und Grenzen der Nutzestriche mit anspruchsvoller Optik: Planung und Ausführung von Sichtestrichen". Geschliffene und polierte Estriche können in unzähligen Gestaltungsmöglichkeiten hergestellt werden. Die eingesetzten Zuschläge und Bindemittel werden nach dem Schleifen sichtbar und verleihen jedem Raum eigene Individualität. Herr Funke erklärte was bei der Planung und Herstellung wichtig ist, welche Probleme dabei entstehen können und wo die Schwachpunkte und Schwierigkeiten beim Schleifen liegen. Ebenso machte er drauf aufmerksam, wie bedeutsam es ist einen geschliffenen Estrich in Terrazzoqualität richtig zu reinigen. Der Referent appellierte an alle ausführende Firmen eine verbindliche Reinigungs- und Pflegeanleitung an die Nutzer zu übergeben, damit spätere Mangelrügen ausbleiben.

Dr. Matthias Hirsch, technischer Geschäftsführer und Ulrich Lauser, Leiter Anwendungstechnik von der Kiesel Bauchemie GmbH u. Co. KG in Esslingen teilten ihren Vortrag über Spachtelbare Designböden und Einsatz spezieller Spachtelmassen für dekorative Oberflächen in zwei Teile auf. Dr. Hirsch erklärte die chemische Zusammensetzung von den Hochleistungs-Spachtelmassen und referierte über den Einsatz von Microsilica und Nanosilica und die positiven Eigenschaften der Verdichtung, der schnellen Bindung des Anmachwassers und der guten technischen Eigenschaften. Als Beweis lieferte er eine beschichtete Edelstahlplatte, anhand welcher die geringe Schwindspannung zu erkennen war, da die Spachtelmasse ohne nennenswerte Verformungen, ohne Risse oder Abplatzungen austrocknet. Herr Lauser erklärte die technischen Kennwerte und die Eignung für die verschiedenen Einsatzgebiete der Spachtelmassen, gab Hinweise zur Untergrundanforderungen und Verarbeitung, wie z.B. das optimale Ausbreitmaß und die Verarbeitung mit Forderpumpen.

Jürgen Fuchs, Key Account Manager Industrie Süd, Forbo Flooring GmbH, Paderborn hielt ein Vortrag mit dem Thema: "Wenn der Funke springt - ableitfähige Böden (I): Auswahl & Einsatz ableitfähiger PVC-Bodenbeläge für Industrie, Gewerbe, Krankenhäuser und ESD-Bereiche". Herr Fuchs erklärte zu Anfang was die Elektrostatische Aufladung bedeutet, wie sie zustande kommt und welche Gefahren sie birgt. Zu den Betroffenen gehören u. a. die Elektronikindustrie, Operationssäle, explosionsgefährdete Bereiche, hier kann schon der kleinste Funke Menschenleben in Gefahr bringen (Explosionen) oder Schäden in Millionenhöhe verursachen (Datenverlust auf magnetischen Datenträgern). Der Referent erklärte, wie ESD (engl.=Electrostatic Discharge) unter Kontrolle gebracht werden kann, wie elektrostatische Aufladung vermieden wird und welche Schutzmaßnahmen ergriffen werden können. Insbesondere ist Herr Fuchs auf die Bodenbelagsrenovierung eingegangen. Der Referent demonstrirte eine Bodenbelag mit spezieller Rückenausstattung zu ableitfähigen Verlegung auch auf kritischen Untergründen, wie z.B. Magnesiaestrich. "Asbesthaltigen Magnesia Estriche können ohne aufwendige Untergrundvorbereitung sofort mit diesem Bodenbelag versehen werden" so Fuchs.

Artur Kehrle, Geschäftsführer, KLB Kötztal Lacke + Beschichtungen GmbH, Ichenhausen übernahm den zweiten Teil des Vortrages: "Wenn der Funke springt - ableitfähige Böden (II): Auswahl & Einsatz ableitfähiger Kunstharzbeschichtungen für Industrie, Gewerbe, Krankenhäuser und ESD-Bereiche". Herr Kehrle berichtete in wenigen Worten das Wichtigste zu der Geschichte der Elektrostatik, wie z.B. die Herkunft des Namens und seit wann die Phänomene bekannt sind. Der Referent gab einen Einblick in die Entwicklung und Anwendungsbereiche der leitfähigen Bodenbeläge und welche Normen und Richtlinien hier zum Tragen kommen. Ganz wichtig bei dem Einbau dieser Bodenbeläge ist der richtige Aufbau, Erdung und die anschließende Unterhaltung und Reinigung. "Eine verschmutzte Oberfläche kann ableitfähige Bodenbeläge fundamental in ihrer Funktion beeinträchtigen", erläuterte Kerle.

Dipl.-Ing. Andres Seifert, Leitung Marktmanagement Boden, Knauf Gips KG, Iphofen informierte über: "Parkett und Fliesen auf Trockenestrichen: Risiko oder Chance? Hinweise für Planung und Herstellung von Trockenböden im Wohnungsbau". Herr Seifert diskutierte die Vorgehensweise bei der Herstellung und dem Einbau von Fertigteilestrichen. Natürlich hat dieses System sehr viele Vorteile, hier waren "trocken, sicher, unbrennbar, wirtschaftlich, flexibel und zukunftsorientiert" die Schlagwörter. Der Referent erklärte anschaulich anhand eines Beispiels die geringen Verformungen von Fertigteilestrichplatten gegenüber herkömmlichen Estrichen und erläuterte die Anforderungen und die Vorbereitungsmaßnahmen an den Untergrund.

Rainer Mansius, Anwendungstechnik, JP Coatings GmbH, Würzburg widmete sich den Fragen: "Parkett: Versiegeln, oder Wachsen und Ölen? Welcher Oberflächenschutz ist dauerhaft? Wie reinigen und pflegen? Oberflächenschutz von Parkett im Wohnbau und für Gewerbe - neuester Stand der Technik". Herr Mansius ging in seinem Vortrag auf die Geschichte der Parkettverarbeitung ein, erklärte wie und mit welchem Aufwand Parkett in der Vergangenheit verarbeitet wurde. Der Referent ging auf die Entstehung der Schleifmaschinen ein und wie wenig sich diese in den letzten hundert Jahren verändert haben. Im Gegensatz dazu haben sich die Mittel zu Veredelung immer weiter entwickelt und im Vergleich zu vor hundert Jahren grundsätzlich verändert: wo früher tierische Fette wie Ochsenblut, pflanzliche Öle wie Leinöl und Schellacke eingesetzt wurden finden heute u.a. Polyurethan- und Kunstharz-Siegel ihren Einsatz. Bei einem Vergleich zwischen modernen Ölen und Wachsen hat Herr Mansius auf seine umfangreiche Erfahrung als Parkettleger zurückgegriffen und die Vor- bzw. Nachteile von den beiden Produkten erläutert. Wie bei allen anderen Bodenbelägen war die Reinigung und Pflege auch bei diesem Vortrag ein wichtiges Thema.

Andreas Hanfland, Hanfland & Partner GbR aus Lennestadt war der letzte Vortragende an diesem Freitag und ging als Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht auf die vorangegangenen Vorträge ein. Sein Thema lautete: "Estrich- und Fußbodentechnik im Spannungsfeld zwischen Technik und Ästhetik. Gebrauchseigenschaften und Anspruch an die Optik aus juristischer Sicht. Schwindarme Estriche, leitfähige Oberböden, Designböden: Haftungsfalle für Planer & Handwerker? Wie dauerhaft muß die Beschaffenheit sein". Herr Hanfland erklärte aus der Sicht des Anwaltes was bei der Erstellung eines Werkvertrages wichtig ist, worauf das besondere Augenmerk gelegt werden muss und welche Richtlinien und Gesetzte zugrunde gelegt werden. Der Referent erläuterte aus Sicht des Planers, des Auftragnehmers und des Auftraggebers welche Konsequenzen aus der Nichterfüllung eines Werkvertrages folgen.

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion zu den Themen Baurecht, Schuldrecht, Vergaberecht und Werkvertragsrecht konnten alle Fragen und Anmerkungen in der Runde vorgetragen und geklärt werden. Es wurde eifrig diskutiert.

Die Sachverständigendes iba-INSTITUT, Nils Alfringhaus Dipl.-Ing. (FH) und Hans-J. Rolof, Dipl.-Ing. (FH), untermalten mit zahlreichen Beispielen aus der umfangreichen Tätigkeit der Bauschadensforschung die Vorträge.

Achtung - für Interessierte: das Tagungsprogramm abrufen
Alle Teilnehmer erhielten neben dem Zertifikat die seminarbegleitenden Tagungsunterlagen auf CD-ROM. Annette Gottfried & Hans-Joachim Rolof bieten noch einen besonderen Service. Interessierte, die leider verhindert waren, können diese CD schriftlich, per Fax oder unter info@iba-institut.de unter dem Stichwort "iba-BauFach-Symposium Wärmedämmung -richtig planen & ausführen: nur mit Schimmelzwang?" gegen eine Bearbeitungsgebühr abrufen. Für Fragen steht die iba-Hotline 0800/4224678 zur Verfügung.

Fotodokumentation

Hans-Joachim Rolof begrüßte die Teilnehmer zum iba-BauFach-Symposium und berichtete über das hoch aktuelle Thema der Designböden aus Sicht der Sachverständigenpraxis.
Hans-Joachim Rolof begrüßte die Teilnehmer zum iba-BauFach-Symposium und berichtete über das hoch aktuelle Thema der Designböden aus Sicht der Sachverständigenpraxis.

Dr. Rolf Diemer aus dem Hause Chemotechnik in Abstatt stellte schwindarme Estriche der neuen Generation für Industrie, Gewerbe und Wohnbau vor
Dr. Rolf Diemer aus dem Hause Chemotechnik in Abstatt stellte schwindarme Estriche der neuen Generation für Industrie, Gewerbe und Wohnbau vor

Andreas Funke von der Firma MKS Funke GmbH aus Bocholt zeigte in seinem Vortrag Möglichkeiten und Grenzen der Nutzestriche
Andreas Funke von der Firma MKS Funke GmbH aus Bocholt zeigte in seinem Vortrag Möglichkeiten und Grenzen der Nutzestriche

Bei dem Vortrag von Dr. Matthias Hirsch, technischem Geschäftsführer der Kiesel Bauchemie aus Esslingen stand die chemische Zusammensetzung der Hochleistungs-Spachtelmassen im Fokus
Bei dem Vortrag von Dr. Matthias Hirsch, technischem Geschäftsführer der Kiesel Bauchemie aus Esslingen stand die chemische Zusammensetzung der Hochleistungs-Spachtelmassen im Fokus

Ulrich Lauser, Leiter der Anwendungstechnik der Kiesel Bauchemie übernahm den zweiten Teil des Vortrages über Spachtelbare Designböden
Ulrich Lauser, Leiter der Anwendungstechnik der Kiesel Bauchemie übernahm den zweiten Teil des Vortrages über Spachtelbare Designböden

Jürgen Fuchs, Key Account Manager Industrie Süd, Forbo Flooring GmbH aus Paderborn erläuterte das Thema der ESD-Anforderungen bei elastischen Bodenbelägen
Jürgen Fuchs, Key Account Manager Industrie Süd, Forbo Flooring GmbH aus Paderborn erläuterte das Thema der ESD-Anforderungen bei elastischen Bodenbelägen

Artur Kehrle, Geschäftsführer der KLB Kötztal Lacke + Beschichtungen GmbH, Ichenhausen referierte, wie sein Vorgänger zum Thema ESD-Böden, mit dem Schwerpunkt der Anforderungen bei ableitfähigen Beschichtungen
Artur Kehrle, Geschäftsführer der KLB Kötztal Lacke + Beschichtungen GmbH, Ichenhausen referierte, wie sein Vorgänger zum Thema ESD-Böden, mit dem Schwerpunkt der Anforderungen bei ableitfähigen Beschichtungen

Dipl.-Ing. Andres Seifert, Leitung Marktmanagement Boden, Knauf Gips KG aus Iphofen mit Informationen zum Thema Parkett und Fliesen auf Trockenestrichen
Dipl.-Ing. Andres Seifert, Leitung Marktmanagement Boden, Knauf Gips KG aus Iphofen mit Informationen zum Thema Parkett und Fliesen auf Trockenestrichen

Nils Alfringhaus erläuterte die Zahlreichen Schadensfälle und Negativbeispiele
Nils Alfringhaus erläuterte die Zahlreichen Schadensfälle und Negativbeispiele

Nils Alfringhaus erläuterte die Zahlreichen Schadensfälle und Negativbeispiele
Nils Alfringhaus erläuterte die Zahlreichen Schadensfälle und Negativbeispiele

Der Anwalt Herr Hanfland erklärte was aus juristischer Sicht wichtig ist
Der Anwalt Herr Hanfland erklärte was aus juristischer Sicht wichtig ist

Gruppenbild: Alle Teilnehmer auf einen Blick - Das iba-INSTITUT freut sich über einen guten Zuspruch: trotz hartnäckigem Winter tolle Stimmung
Gruppenbild: Alle Teilnehmer auf einen Blick - Das iba-INSTITUT freut sich über einen guten Zuspruch: trotz hartnäckigem Winter tolle Stimmung

Spannende Fragen: die Referenten bei der abschließenden Podiumsdiskussion
Spannende Fragen: die Referenten bei der abschließenden Podiumsdiskussion

Blick in die Ausstellung: angeregte Fachgespräche in der Kaffeepause
Blick in die Ausstellung: angeregte Fachgespräche in der Kaffeepause

Blick in die Ausstellung: angeregte Fachgespräche in der Kaffeepause
Blick in die Ausstellung: angeregte Fachgespräche in der Kaffeepause

Blick in die Ausstellung: angeregte Fachgespräche in der Kaffeepause
Blick in die Ausstellung: angeregte Fachgespräche in der Kaffeepause
 

 

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