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Dr. Klaus Rupp, Leiter der Anwendungstechnik der KEIMFARBEN GmbH & Co. KG, referierte zum Thema "Algen & Pilze an Fassaden: innovative Lösungen mit hydroaktiven Systemen ohne Gift?". Dr. Rupp stellte die unterschiede zwischen Hydrophobie und Hydrophilie heraus und berichtete über neue Entwicklungen bei Fassadenbeschichtungen. Die neu entwickelten hydrophilen Systeme seien an mehr als 100 Gebäuden in der Schweiz erprobt worden und seien auch über mehr als 5 Jahre ohne Algen und Pilze geblieben, wenn auch in Deutschland die Praxiseinführung erst vor vier Jahren erfolgte. Auf Nachfrage sagte Dr. Rupp zu: "(
) Der Handwerker bekommt von uns 5 Jahre Sachmangelhaftung gegen Veralgung. Dazu stehen wir (
)".
Anschließend leitete Nils Alfringhaus, iba-INSTITUT, zum nächsten Thema mit einem Fallbeispiel über Fehler beim Brandschutz über. An einem Mehrfamilienwohnhaus waren statt der ausgeschriebenen 100 mm dicken Polystyrol-Dämmung wegen Bautoleranzen tatsächlich Dämmstoffdicken von 80 mm bis 200 mm eingebaut worden. Die oberhalb einer Dämmstoffdicke von 100 mm erforderliche Ausbildung der Fensterstürze mit nicht brennbarem Dämmstoff (Mineralwolle) war dabei "vergessen" worden.
Dipl.-Ing. Werner Mai, Leiter der Anwendungstechnik bei der alsecco GmbH & Co. KG referierte zu "WDVS & Brandschutz: neue Nachweisverfahren für PS-Hartschaum, DIBt regelt den Brandriegel". Anschaulich stellte Mai die Maßnahmen und Auswirkungen des Brandschutzes, insbesondere der praktischen Anordnung von Brandriegeln dar. Mit Skizzen erläuterte Mai, wie sich durch Anordnung eines Brandriegels aus Mineralwolle WDVS der Brandschutz alternativ zum Dämmstoffwechsel im Sturzbereich wirtschaftlich gestalten läßt.
Im Anschluß daran führte Hans-Joachim Rolof, iba-INSTITUT, mit Schadensbildern in das Thema der Befestigungstechnik und Standsicherheit von WDVS ein.
Dipl.-Ing. (FH) Nils Alfringhaus, iba-INSTITUT, erläuterte die neue DIN 1055-4 und deren Umsetzung in der Praxis. Auch der Einsatz innovativer Befestigungsmittel wie Klebeanker und das Kleben mit PU-Schaum wurde kritisch beleuchtet. Hierbei handelt es sich um neue Bauweisen, deren Praxistauglichkeit erst durch Langzeiterfahrungen bewiesen werden muß. Zum nächsten Vortrag leitete Nils Alfringhaus, iba-INSTITUT, über. Anhand eines Beispiels eines schadhaften WDVS aus den 80er Jahren wurde die Frage der Möglichkeiten der Überarbeitung gestellt.
Dipl.-Ing. Oliver Berg, Technischer Leiter Fassaden-Dämmtechnik der CAPAROL Farben Lacke Bautenschutz GmbH, nahm dieses Thema auf und berichtete über "Sanierung von WDVS-Fassaden nach EnEV: Aufdoppelung - die Alternative zum Abriß?". Seit Jahren werden WDVS aus dem Bestand aufgedoppelt ohne daß Schäden entstehen, wußte Berg zu berichten. Er appellierte jedoch an die Teilnehmer: "Vergessen Sie bei der Aufdoppelung die Bauphysik nicht! Es kostet nur fünf Minuten ein Glaser-Diagramm zu erstellen!". Schließlich wies Berg darauf hin, daß auch beim Aufdoppeln nur solche Systeme verwendet werden sollten, für die ein Hersteller hierfür eine Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung hat.
Dipl.-Ing. Jens Engel, Produktmanager Fassadenschutz + Denkmalschutz bei der Remmers Baustofftechnik GmbH referierte im Anschluß zum Thema "Innendämmung statt WDVS - bauphysikalisch sinnvolle Alternative?". Engel nahm dazu Stellung: "Wir wollen gar nicht in die Konkurrenz zu WDVS treten. Der Anwendungsbereich für Innendämmungen ist groß genug, z.B. im Denkmalschutz." Hinsichtlich der bauphysikalischen Problemstellungen der Innendämmung wußte Engel zu berichten, daß moderne kapillaraktive Innendämmungen wie die Calciumsilikatplatte hinsichtlich der Bauphysik gar nicht mit dem Glaser-Verfahren zu erfassen sind. "(
) Wir weisen auch darauf hin, daß beim Innenausbau mit der Calciumsilikatplatte nur hierfür geeignete Beschichtungsstoffe zu verwenden sind. Sonst ist ein Bauschaden vorprogrammiert (
)", so Engel. Achtung also für Hausbesitzer: aufgepaßt, so etwas muß im Mietvertrag vereinbart werden.
Zum Abschluß der Technikvorträge trug Dipl.-Ing. (FH) Wolfgang Hoffmann, Leiter der Anwendungstechnik der SigmaKalon Deutschland GmbH zum Thema "Schimmelpilze & Fogging an Decke und Wand: was nun? Beschichtungen ohne Gift" vor. Hoffmann kritisierte, daß in der Öffentlichkeit eine regelrechte Panikmache herrsche. "Innenbeschichtungen waren noch nie so sauber wie heute! Wer als Verbraucher Angst vor Inhaltsstoffen von Beschichtungen habe, der dürfe erst recht auch keine Möbel vom Discounter kaufen", so Hoffmann. Das Auftreten des Phänomen "Fogging" sei weitgehend eingedämmt. Hier habe die Industrie durch intensive Forschung gehandelt. Um Schimmelpilzbildungen zu vermeiden, empfahl Hoffmann solche Beschichtungsstoffe, die möglichst viel Kondensat von der Wandoberfläche aufnehmen können. Denn die feuchtwarme Raumluft kühlt auf der Wandoberfläche ab und kondensiert.
Mit Spannung erwartet nahm Rechtsanwalt Dr. Julian Christiansen aus der Kanzlei Eichele . Ditgen, Koblenz, aus juristischer Sichtweise zu Energieeinsparung und Umweltschutz Stellung. "Wer als Fachhandwerker eine Planung erstellt (z.B. durch Aufstellen eines Leistungsverzeichnisses) und dabei die EnEV nicht beachtet, der steckt in der Haftung!", berichtete der Fachanwalt für das Bau- und Architektenrecht. Dr. Christiansen sah dabei auch die aktuelle und teilweise widersprüchliche Rechtssprechung zum Thema "Algen an Fassaden" kritisch. Hinsichtlich dem durch falsches Wohnverhalten entstehenden Schimmelbewuchs empfahl Dr. Christiansen dem Handwerker, dem Bauherrn Hinweise zum richtigen Heizen und Lüften spätestens zur Abnahme zu übergeben.
Während der abschließenden Podiumsdiskussion stellten sich die Referenten nochmals den kritischen Fragen der Teilnehmer und es folgte ein reger Meinungsaustausch mit dem Podium und Auditorium. Schließlich verabschiedete Dipl.-Ing. (FH) Rolof die Teilnehmer, die sich überwiegend positiv zum Seminar äußerten. Besonders gefallen hat auch die Ausstellung, so daß in den Kaffeepausen ebenfalls aktiv zum Thema diskutiert wurde.
Achtung - für Interessierte: das Tagungsprogramm abrufen
Alle Teilnehmer erhielten neben dem Zertifikat die seminarbegleitenden Tagungsunterlagen auf CD-ROM. Annette Gottfried & Hans-Joachim Rolof bieten noch einen besonderen Service. Interessierte, die leider verhindert waren, können diese CD schriftlich, per Fax oder unter info@iba-institut.de unter dem Stichwort "iba-BauFach-Symposium Wärmedämmung -richtig planen & ausführen: nur mit Schimmelzwang?" gegen eine Bearbeitungsgebühr abrufen. Für Fragen steht die iba-Hotline 0800/4224678 zur Verfügung.
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