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Dipl.-Ing. Simon Stratmann, Projektmanager Spezialbaustoffe der CEMEX Deutschland AG, referierte zum Thema "Industrieböden: Konzepte aus Beton". Der Einsatz von Stahlfaserbeton im Industriebodenbau ermöglicht eine hochwertige und zugleich wirtschaftliche Ausführung, wußte Simon Stratmann zu berichten. Demnach seien heute bereits ca. 50% der eingebauten Betonbodenplatten mit Stahlfasern bewehrt. Der Einsatz von Stahlfaserbeton nach Faserbetonklassen ermögliche zudem die Stahlfasern statisch anzurechnen. "(
) Nutzen Sie unsere Kompetenz schon bei der Planung. Wir unterstützen Sie gerne auch bei der Realisierung vor Ort. So kann ein hochwertiger Betonboden entstehen, der lange Zeit Nutzen bietet. (
)", so Stratmann.
Anschließend leitete Nils Alfringhaus, iba-INSTITUT, zum nächsten Thema mit einem Fallbeispiel einer schadhaft gewordenen Versiegelung auf einem Betonboden mit Hartstoff-Einstreuung über.
Dipl.-Ing. (FH) Frank Sander, Abteilungsleiter Forschung + Entwicklung bei der KORODUR GmbH & Co. KG referierte zu Hartstoffeinstreuungen, Hartstoffestrichen und mineralischen Beschichtungen. In diesem Zusammenhang wies Sander darauf hin, daß mit der Normenreihe DIN 18560 erstmalig die so genannte Einstreuung als mögliche Oberflächenvergütung mit aufgenommen worden ist. Eine Gleichwertigkeit zum Hartstoffestrich gemäß Teil 7 bestehe jedoch nicht! Um so mehr müsse der Auftraggeber prüfen, ob tatsächlich eingebaut worden ist, was bestellt wurde. Insbesondere erläuterte Sander den Einbau von Hartstoffestrichen an Fallbeispielen. "(
) Wir haben eine Versiegelung entwickelt, welche die Reinigung und Pflege deutlich erleichtert (
)", erläuterte Sander den Teilnehmern und berichtete über Möglichkeiten ohne nachträgliche Beschichtung. "(
) Gemeinsam mit der Firma MKS Funke haben wir auch ein Verfahren entwickelt, daß anschauliche Sichtestriche mit ästhetisch anmutenden Oberflächen erlaubt (
)", so Sander zu der Kooperation mit einem Fachunternehmen für Oberflächentechnik.
Dann führte Nils Alfringhaus, iba-INSTITUT, in das Thema der Gußasphaltestriche ein. An zwei Fallbeispielen wurde erläutert, daß es bei der Überarbeitung alter bituminöser Untergründe wichtig sei, unterscheiden zu können, ob es sich tatsächlich um einen Gußasphalt handelt oder um andersartige bituminöse Untergründe, wie z.B. dünnschichtige Bitumenemulsionsestriche, die andere Materialeigenschaften aufzeigen.
Dipl.-Ing. Peter Rode, ö.b.u.v. Sachverständiger, bga Beratungsstelle für Gussasphaltanwendung e.V., berichtete über "Möglichkeiten und Grenzen für Gussasphalt in Industrie und Gewerbe". Hierbei hob Peter Rode vor allem auf die Beanspruchung von Gußasphaltestrichen in Industrie und Gewerbe ab: "Angeblich wartungsfreie Räder von Flurförderzeugen, die aus hartem Polyamid hergestellt werden, führen oft zur Überbeanspruchung des Industriebodens!". Auch kleinflächige Aufstandsflächen von Regalanlagen führen zu Eindrücken im Gußasphalt. Hier empfahl Rode die Anordnung von Betonfundamenten, um eine lokale Überbeanspruchung zu vermeiden. "(
) Gußasphaltestriche sind jahrzehntelang bewährt. Der Einbau ist auch ohne Gefährdung der Gesundheit für den Verarbeiter möglich. Die schnelle Erhärtung von Gußasphalt und das bituminöse Bindemittel machen ihn unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit (
)", so Rode, der auch abgrenzte, daß im Einzelfall dennoch eine Abdichtung unter den Gußasphalt gehört.
Zum nächsten Vortrag leitete Nils Alfringhaus, iba-INSTITUT, mit Fallbeispielen schadhafter Magnesiaestriche übe und berichtete anschaulich über die Folgen von Planungsfehlern und schadensträchtiger Bauausführung bei Mißachtung der Regeln der Technik.
Walter Böhl, ö.b.u.v. Sachverständiger für das Estrichlegerhandwerk, staatl. gepr. Bautechniker/Estrichlegermeister, Duraplan GmbH & Co. KG stellte sich der Frage "Magnesiaestrich - die Alternative als Nutzestrich?". Anschaulich erläuterte Böhl dabei die historische Entwicklung der Steinholzestriche bis zu den heutigen Magnesiaestrichen und die Entwicklung des Estrichlegerhandwerks. "(
) Magnesiaestriche sind nach wie vor eine optimale Lösung für den industriellen Bereich. Vor allem im Hinblick auf Anforderungen wie Ableitfähigkeit ist ein solcher Estrich auch ohne Beschichtungen geeignet (
)", berichtete Böhl und ärgerte sich "(
) Leider hat das Marketing geschlafen, deshalb leidet der Magnesiaestrich unter seinem Ruf. Zu unrecht, denn Magnesiaestrich ist eine wirtschaftliche Alternative zu allen anderen Estrichkonstruktionen im Industriebau (
)".
Nils Alfringhaus, Dipl.-Ing. (FH), Sachverständiger, iba-INSTITUT, referierte zum Thema "Industrieböden: immer sicher begehbar, rutschhemmend & hygienisch - ein Widerspruch?". Dabei wurde im Workshop sowohl der Aspekt der praktischen Messung der Tritt- und Begehsicherheit vorgeführt, sowie auch typische Schadensbilder infolge falscher oder ungeeigneter Reinigungsmaßnahmen bei Kunstharzbeschichtungen für Gewerbe und Industrie an Fallbeispielen aufgezeigt: "(
) Entweder rutschhemmend, dann rauh und schlecht zu reinigen, oder eher weniger rauh, dann gut zu reinigen: aber Unfallgefahr! (
)". Über das Dilemma sich widersprechender Anforderungsprofile wurde lebhaft diskutiert: "(
) Es gibt keinen Königsweg. Die Anforderungen der Berufsgenossenschaft und der Gewerbeaufsicht müssen in Übereinstimmung gebracht werden. Hierfür sollte man vor der Ausführung den Kontakt suchen (
)", rät Alfringhaus. Sonst wird schon mal eine Großküche gesperrt, entweder wegen mangelnder Hygiene oder auf Grund von Unfallgefahr - das kann teuer werden, wußte der Referent zu berichten.
Zum Abschluß der Technikvorträge trug Dipl.-Ing. Heiko Eckhardt, Produktmanager Fußbodentechnik bei der Sika Deutschland GmbH zum Thema "Industrieböden und Beläge aus Reaktionsharzen" vor. "(...) Die Kunstharzbeschichtung gibt es nicht: verschiedene Bindemittel aus EP, PUR, PMMA und UP-Harzen haben unterschiedliche Eigenschaften. Es gilt die Beschichtung auf die Nutzung abzustimmen (
)", erläuterte Eckhardt. Die technischen Eigenschaften verschiedener Bindemittel von Beschichtungen aus Reaktionsharzen und deren typische Anwendungsgebiete wurden an Fallbeispielen erläutert.
Schließlich referierte Rechtsanwalt Andreas Hanfland, Hanfland & Partner GbR, Lennestadt, über das Thema "Abnahme verweigert: Totalverlust des Werklohns? Schuldfrage: Planungs- oder Ausführungsfehler? Gewährleistungsrisiko: unterlassene Wartung durch den Nutzer?". In einem engagierten Vortrag berichtete der Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht über die Risiken und Fallstricke bei Planung, Bauleitung und Herstellung von Industrieböden aus juristischer Sichtweise. "(
) Selbstverständlich ist auch der Bauherr gefordert: Nutzungsbedingter Verschleiß ist kein Mangel der Werkleistung. Mangelhafte Pflege und Wartung muß als unterlassene Hilfeleistung für den Industrieboden angesehen werden: das gilt auch für die Bereifung - eingefahrene Metallspäne führen zu Beschädigungen am Boden. Das ist nicht Sache des Handwerkers (
)", stellte Hanfland fest und nahm den Bauherrn in die Pflicht.
Während der abschließenden Podiumsdiskussion stellten sich die Referenten nochmals den kritischen Fragen der Teilnehmer und es folgte ein reger Meinungsaustausch mit dem Podium und Auditorium. Schließlich verabschiedete Dipl.-Ing. (FH) Rolof die Teilnehmer, die sich überwiegend positiv zum Seminar äußerten. Besonders gefallen hat auch die Ausstellung, so daß in den Kaffeepausen ebenfalls aktiv zum Thema diskutiert wurde.
Achtung - für Interessierte: das Tagungsprogramm abrufen
Alle Teilnehmer erhielten neben dem Zertifikat die seminarbegleitenden Tagungsunterlagen auf CD-ROM. Annette Gottfried & Hans-Joachim Rolof bieten noch einen besonderen Service. Interessierte, die leider verhindert waren, können diese CD schriftlich, per Fax oder unter info@iba-institut.de unter dem Stichwort "iba-BauFach-Symposium Industrieböden im Fokus: Nur noch mineralisch?" gegen eine Bearbeitungsgebühr abrufen. Für Fragen steht die iba-Hotline 0800/4224678 zur Verfügung.
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